Der Wissenswürfel

 

Der Wissenswürfel

Der Wissenswürfel

 

Erläuterungen zu den einzelnen Wissenskategorien 

Verborgenes Wissen

Verborgenes Wissen ist persönliches, implizites Wissen. Es besteht aus Handlungsroutinen, Überzeugungen, Glaubenssätzen und geistigen Schemata. Dieses Wissen beeinflusst und steuert unbewusst. Es lässt sich schwer vermehren. Identifizieren kann man es nur, wenn man genug Raum und Zeit lässt, auch persönliche Gespräche mit den Mitarbeitern zu führen. Beispielhaft ist hier der Werkleiter der Roche AG in Penzberg, Matthias M. Baltisberger, zu nennen, der während seiner Amtszeit regelmäßig in die Kantine zum Mittagessen ging und dort im Rotationssystem mal beim Pförtner, mal bei der Sachbearbeiterin und dann wieder am Tisch von Forschern Platz nahm. Die Gespräche lenkte er dabei stets auf eine private Ebene. Auf diese Weise verschaffte er sich direkten und unkomplizierten Zugang zum verborgenen Wissen seiner Mitarbeiter. 

Verinnerlichtes Wissen

Verinnerlichtes Wissen ist durch Erfahrung erzeugtes und gefestigtes Wissen, also Wissen, das durch „Learning by Doing“ entsteht. Problematisch bei dieser Art von Wissen ist, dass die Wissensträger es meist nicht in Worten erklären können, weil es ihnen so selbstverständlich ist. Wenn jedoch Mitarbeiter angeleitet werden, von Zeit zu Zeit über ihr verinnerlichtes Wissen zu reflektieren, so können sie sich eingefahrene Abläufe bewusst machen, diese kommunizieren und möglicherweise sogar verbessern. 

Tipp! Stellen Sie allen Mitarbeitern regelmäßig – wenigstens für kurze Zeit – Praktikanten und Lehrlinge zur Seite. 

Kodiertes Wissen

Kodiertes Wissen steht in Form von Worten, Zahlen oder Angaben für alle Betriebsangehörigen griffbereit zur Verfügung, z.B. in einer Wissensdatenbank. Dieses Wissen bleibt auch dann erhalten, wenn Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. 

Konzeptionelles Wissen

Konzeptionelles Wissen ist an kognitive, abstrakte Fähigkeiten gebunden, mit denen ein Mitarbeiter übergeordnete Strukturen oder Modelle seiner Tätigkeit erkennen kann. Solche Mitarbeiter sind für die Initiierung von Projekten, die Erschließung von neuen Märkten und ähnlichem einzusetzen, da sie dort ihr volles Potenzial entfalten. 

Sozial konstruiertes Wissen

Ein sozial konstruiertes Wissen entsteht aus dem Kontext eines Landes, einer Kultur, einer Organisation. So fällt es beispielsweise einem in Bayern aufgewachsenen und auch dort innerlich beheimateten Marketingleiter viel leichter, den richtigen Ton für bayerische Bierwerbung zu treffen, als einem Marketingleiter, der zwar bessere Referenzen hat, aber gebürtiger und dem Land dort verbundener Norddeutscher. 

Ereigniswissen

Ereigniswissen ist Wissen, das über Ereignisse oder Trends im Unternehmen verfügbar ist. Dieses Wissen kann identifiziert werden, indem man den Mitarbeitern Raum für persönliche Gespräche oder auch für Kontaktaufnahme außerhalb der Arbeit bietet. Beispielsweise könnte dadurch der Trend identifiziert werden, dass die Menschen auf Grund des „Teuro“ zum Rückzug in die eigenen vier Wände neigen, also nicht mehr soviel ausgeben möchten. Diese Tendenz lässt sich in der Produktentwicklung, im Marketing und in der Werbung gezielt aufgreifen. 

Prozesswissen

Das Prozesswissen gibt Auskunft über Abläufe, wie z.B. Produktionsprozesse. Es ist die Kernkompetenz eines Unternehmens und muss sorgfältig dokumentiert und weiter entwickelt werden. Mehr dazu finden Sie unter „Wissen aufbauen“ in: „Zugang zu aktuellem Wissen”. 

 

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