Suchinteraktivität versus Privatsphäre

Als Informationssuchender träume ich genau gleich wie ein Radiohörender von einem, auf mich, zugeschnittenes Programm. Doch meine Launen sind unterschiedlich: Heute mag ich Kuschelsound und morgen soll es rocken. Diese Radiointeraktivität ist heute etabliert im Internet (last.fm). Genau so wird es die Suchinteraktivität in Zukunft sein. 

Genau das will Google erreichen: Google Chef Schmidt ruft dazu auf, mehr persönliche Informationen ins Netz zu stellen.  Ausschnitte seiner Aussagen an der Ifa

Google-Chef Eric Schmidt hat in seiner Rede auf der IFA die deutschen Anwender dazu aufgefordert, mehr persönliche Informationen über sich im Internet preiszugeben… Die Suchmaschine müsste möglichst viel von dem User wissen, um ihn auch Suchergebnisse vorschlagen zu können, von denen der User nichts wisse, die ihn aber interessieren könnten. „Das ist aus meiner Sicht der nächste große Schritt bei der Suche“

 

Die Aufforderung von Schmidt nach weniger Privatsphäre ist wohl ziemlich daneben. Jedoch das Ziel, Informationen mit hoher Qualität zu erhalten – von denen ich bisher nichts wusste – das ist ein Joker. Genau das möchte ich. 

Die grossen Suchmaschinen entlocken jetzt schon mit allen Raffinessen dem User seine Informationen. Dies mit einem riesen Aufwand. Doch das Ei des Columbus habe ich bisher in den Ergebnissen nicht gefunden. Wie auch, bei Millionen von Ergebnissen? Es verhält sich wie mit der Nadel im Heuhaufen. 

Sollte ich den Deal tatsächlich eingehen und meine Privatsphäre gegen perfekte Suchergebnisse tauschen, so will ich wenigstens entscheiden können, wann ich die Privatsphäre wieder zurück haben möchte. Und zwar vollständig! Im realen Leben würden wir solch einen Deal auch nur unter diesen Umständen eingehen. Doch dies ist mit den bisherigen Systemen und Businessmodellen so nicht möglich. Es müsste unterschieden werden zwischen dem Betreiber der Suchmaschinen und dem Inhaber der Daten, welche die Privatsphäre abbilden. Die Daten gehören der Community und der Betreiber der Suchmaschinen darf diese Daten im Rahmen der Regeln benutzen. 

Suchinteraktivität habe ich an Radiointeraktivität angelehnt aus dem Feuilleton der Berliner Zeitung „DAS NÄCHSTE GROSSE DING“.

(Crossposting aus dem internet-briefing Blog, Suchinteraktivität versus Privatsphäre)

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